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Der Berufseinsteiger hat es schwer. Auch bei seiner Bewerbung. Im Gegensatz zu alten erfahrenen Hasen, muss er sich erst mal durchbeißen auf dem Weg zum Traumjob. Obwohl die meisten Ausbildungen und auch Studien inzwischen sehr spezialisiert sind, so bleibt doch am Ende immer ein relativ großes Bündel an Kenntnissen und Fähigkeiten, die man durch den Ausbildungsweg erworben hat. Zudem fehlt einem Berufsanfänger oft das komplette Bild des Berufes und auch das Bild der eigenen Fähigkeiten. So wie ein Gesicht mit den Jahren an Kontur und auch an Schärfe gewinnt, so gewinnt der Mitarbeiter mit der Zeit auch an Profil. Er arbeitet an verschiedenen Aufgaben und Fragestellungen unterschiedlich tief und vermutlich auch mit mehr oder weniger Engagement. Gerade diese Rückkopplung zwischen eigenen Fähigkeiten und Interessen führ dazu, dass sich mit der Zeit ein wirkliches berufliches Profil herausbildet. Bei Berufseinsteigern fehlt dieses Profil in der Regel oder es ist noch nicht so scharf. Das ist einerseits ein Nachteil, denn es fällt schwerer einem Arbeitgeber die besonderen Vorzüge gegenüber einem Mitbewerber zu erklären. Schwerer ist es auch nachzuweisen, dass man in der Lage wäre eine bestimmte Aufgabe überhaupt zu lösen. Wenn der Bewerber Erfahrung aus seiner vorhergehenden beruflichen Karriere in diesem Bereich nachweisen könnte, wäre es leichter. Dafür hat der Berufseinsteiger gegenüber dem alten erfahrenen Hasen aber auch Vorteile, die es herauszuarbeiten gilt: - Der Berufseinsteiger ist flexibler. Er ist noch nicht festgelegt auf bestimmte Aufgabenstellungen und bestimmte eingefahrene Abläufe.
- Der Berufseinsteiger ist frei. Frei zu sein, bedeutet sich in beruflicher Hinsicht ein eigenes Profil aufbauen zu können.
- Der Berufseinsteiger ist in der Regel weniger frustriert. Das kann sich darin ausdrücken, dass er Aufgaben anders angeht, als auf herkömmlichen und eingefahrenen Wegen.
- Der Berufseinsteiger ist formbar. Bei richtiger Herangehensweise ist der zukünftige Arbeitgeber in der Lage, sich den Mitarbeiter nach seinem Bild mit zu formen.
Betriebe, die offen sind für Neuerungen und Innovationen tun sich oft leichter mit Berufseinsteigern. Sie wissen um die Kraft, die aus der Aufgabe erwächst einen Berufseinsteiger an die bestehenden Aufgaben heranzuführen, eigene Abläufe dadurch kritisch zu reflektieren oder zu würdigen. Betriebe, die Berufseinsteigern regelmäßig wieder Chancen geben, sind innovativer und haben dynamischere Strukturen. Denn oftmals gilt auch: ein Betrieb muss einen Berufseinsteiger einfach aushalten können. Die Investitionen in Berufseinsteiger zahlen sich schneller aus und sind neben den Investitionen in langfristige Mitarbeiter, eine Investition in die Zukunft des Unternehmens. Angesichts eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels, werden nur Unternehmen Erfolg haben können, die auf Berufseinsteiger setzen. Und das ist erst einmal ein Einsatz des Unternehmens. |