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Der Bewerbungstext - Beispiele PDF Drucken E-Mail

Die Inhalte des Bewerbungstextes und seine Ausgestaltungsm├Âglichkeiten sind beinahe so unendlich wie der Weltraum.

So viele unterschiedliche Berufe, die es im Universum gibt, die vielen unerschiedlichen Firmen, die verschiedenen Funktionen, Ausbildungen, Lebensl├Ąufe, Qualifikationen, Erfahrungen... all das macht den Bewerbungstext in jeder einzelnen Bewerbung einzigartig. Deshalb helfen auch keine Bewerbungsmuster, Textbausteine und Formulierungshilfen einen einzigartigen, treffenden Bewerbungstext zu formulieren.

Trotzdem soll gezeigt werden wie passende Texte aussehen, um ein Gef├╝hl f├╝r den eigenen Text, die eigene Argumentation zu entwickeln. Deshalb stehen hier Beispiele und m├Âgliche Auslegungen und Schlussfolgerungen, die der Text heraufbeschw├Ârt.

Beispiele f├╝r Textpassagen:

Was Sie schreiben:

Was der Personaler heraus liest:

Mein Onkel, Herr Dankwart aus Ihrer Vertriebsabteilung, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Sie wahrscheinlich f├╝r n├Ąchstes Jahr wieder einen Auszubildenden suchen.

  • kennt den Betrieb sehr wahrscheinlich aus den Erz├Ąhlungen des Onkels, wei├č also worauf er sich bewirbt

  • Onkel war guter Mitarbeiter, vielleicht ist es sein Neffe auch

  • Bewerber ist seiner Zeit voraus, arbeitet also sehr strukturiert

Ein guter Bekannter, dem ich meine Bilder gezeigt habe und der als Werbekaufmann in einer Agentur arbeitet, hat mir empfohlen mich als Mediengestalter bei Ihnen zu bewerben.

  • m├Âglicherweise verf├╝gt der Bewerber ├╝ber gestalterisches Talent

  • er ist sich noch nicht ganz sicher, ob es sein Beruf werden k├Ânnte

Ich habe in den vergangenen Jahren im Bodybuilding-Studio gejobbt und trainiert. Ich bringe also die n├Âtige k├Ârperliche Fitness mit, um als Lagerist zu arbeiten. Mich interessiert es, die Arbeit mit Lagerhaltungssystemen am PC zu erlernen, da ich Umgang mit Branchensoftware bisher wenig Erfahrung habe.

  • Bewerber ist in stabiler und geeigneter k├Ârperlicher Verfassung f├╝r einen sogenannten ÔÇ×Knochen-JobÔÇť

  • er kennt seine Schw├Ąchen (Arbeit mit dem PC)

  • er ist sehr lernwillig, d.h. Er m├Âchte auf jeden Fall etwas dazu lernen, er ist zwar nicht v├Âllig computertechnisch unterbelichtet, ├╝ber ausgereifte Kenntnisse verf├╝gt er jedoch auch nicht

  • er hat sich ├╝ber die T├Ątigkeiten eines Lageristen informiert

W├Ąhrend ich die Oberstufe des Goethe-Gymnasiums in Schillerstadt besuchte, habe ich in den Sommerferien als Aushilfe im B├╝ro der Firma W├╝llers Zeitreisen gearbeitet. Ich lernte mit Kunden telefonisch Termine zu vereinbaren und Rechnungen mit dem PC zu erstellen. Ich erhielt viel Lob f├╝r meine Idee zum Entwurf eines neuen Werbeprospekts. Daher entstand mein Wunsch eine Ausbildung zur Kauffrau f├╝r B├╝rokommunikation zu machen.

  • h├Âherer Schulabschluss, gute Schule, Schule ist in der N├Ąhe (kenne ich)

  • hat in Ferien gearbeitet (ist nicht faul, vielleicht aber arm oder hat teure Hobbys)

  • hat bereits ein B├╝ro von innen gesehen, wei├č was auf sie zukommt

  • hat telefoniert (ist vielleicht kontaktfreudig), hat keine Angst vor Computern

  • hatte Idee (f├╝hrt nicht nur ihre Arbeit durch, ist dar├╝ber hinaus engagiert und vermutlich auch kreativ, man gab Ihr eine wichtige Aufgabe mit dem Werbeprospekt, also traute man ihr das auch zu)

Beim Besuch des Olympiaturmes habe ich Ihre Mitarbeiter beobachten k├Ânnen, als sie die Fensterscheiben reinigten. Ich war fasziniert von der zugleich spannenden wie auch anstrengenden Arbeit. Seitdem m├Âchte ich unbedingt Geb├Ąude- und Fensterreiniger werden.

  • Bewerber will Beruf unter allen Umst├Ąnden aus├╝ben, nimmt daf├╝r alle Widrigkeiten in Kauf

  • er hat sich ├╝ber die positiven und negativen Seiten des Berufs Gedanken gemacht

  • ist vielleicht nur am Nervenkitzel interessiert

Im vorletzten Jahr verstarb mein Vater, daher lie├čen meine schulischen Leistungen in der Folgezeit nach. Dennoch habe ich mein Abitur in diesem Fr├╝hjahr bestanden. Um meine daher weniger guten Englischkenntnisse aufzupolieren, plane ich vor der Ausbildung zum Au├čenhandelskaufmann ein zweimonatiges Auslandspraktikum im sozialen Bereich.

  • Er wei├č, dass aus seinem Zeugnis die Frage hervorgeht, warum er trotz seiner schlechten Englischnote meint f├╝r den Job geignet zu sein

  • Bewerber hat schwere Zeit gut ├╝berstanden, er ist wahrscheinlich sehr robust

  • wie er wei├č sind seine derzeitigen Leistungen nicht ├╝berragend, aber er tut etwas dagegen

  • er ist engagiert und wird diese vor├╝bergehende Krise ├╝berwinden

  • er opfert seine Ferien zugunsten der Vorbereitung auf seinen Job

Wie ich in der Zeitung gelesen habe, werden Sie demn├Ąchst ein neues Hotel zu den Eiscurling-Weltmeis┬şterschaften in unserer Stadt er├Âffnen. Daher werden Sie wahrscheinlich neue Mitarbeiter ben├Âtigen. Ich bin sehr daran interessiert im n├Ąchsten Jahr Ihre ersten G├Ąste bei Ihnen begr├╝├čen zu d├╝rfen, wenn ich meine Ausbildung bei Ihnen begonnen habe.

  • Der Bewerber denkt voraus.
  • Er denkt mit und liest die W├╝nsche von den Lippen ab, noch bevor sie ausgesprochen wurden. F├╝r einen Bewerber im Hotelgewerbe ist das optimal.
  • Der Bewerber ist gut informiert.
  • Er ist interessiert an seiner Umwelt und an der Gesellschaft.
  • Er benutzt eine Sprache und Redewendungen ("...begr├╝├čen zu d├╝rfen...) wie sie im Beruf angewendet werden.
  • Er setzt die Sprache h├Âflich, zuvorkommend und freundlich ein, ohne unterw├╝rfig zu wirken.
  • Der Bewerber bleibt selbstbewusst, in dem er sich schon in die angestrebte Rolle versetzt. Da er vorher gepunktet hat, verzeiht man es ihm und es wirkt angemessen.

Den Bewerbungstext ist Auslegungssache. Er l├Ąsst Spielraum f├╝r brauchbare aber auch fatale Interpretationen. Eine ausgefeilte Formulierung ist das A und O. Da Sie nur wenig Zeit und Raum haben, m├╝ssen die f├╝r Sie sprechenden Punkte sitzen. Wie bei einem Boxkampf, der mit dem finalen Punkt, dem K.O. endet oder den Sie wenigstens nach Punkten gewinnen sollten.

  • Der Bewerbungstext soll so formuliert sein, dass er in wenigen Worten Ihre F├Ąhigkeiten und M├Âglichkeiten, anhand handfester, nachzuvollziehender Fakten, belegt.
  • Der Bewerbungstext sollte sehr ausgefeilt sein. Wer sich mit der deutschen Sprache oder dem Formulieren schwer tut, der sollte sich in jedem Fall Hilfe holen.
  • Beim Finden eines Bewerbungstextes und dessen Auslegung k├Ânnen diese Personen sehr hilfreich sein: Ihr Deutschlehrer, jemand der ├╝ber aktuelle Berufserfahrung im beworbenen Beruf verf├╝gt, ein Mitarbeiter mit den gleichen oder ├Ąhnlichen Funktionen, Verwandte und Freunde, der Berufsberater, ein Arbeitsvermittler, Mitarbeiter aus dem Personalbereich, Sekret├Ąre und Sekret├Ąrinnen, Professoren, ... Sie alle haben unterschiedliche Sichtweisen auf Ihre Bewerbung und werden Ihnen unterschiedliche Verbesserungsvorschl├Ąge machen. Diese k├Ânnen Sie gut einarbeiten. Das vermeidet viele m├Âgliche Missverst├Ąndnisse, f├╝hrt nat├╝rlich manchmal auch zur Verwirrung. Wenn Sie gar nicht mehr weiter wissen, dann wenden Sie sich an einen Bewerbungscoach, der Sie zielgerichtet bei der Formulierung begleitet, unterst├╝tzt und passende R├╝ckmeldungen gibt.
  • Ganz sicher sein k├Ânnen Sie sich nicht, dass nicht ein Personaler Ihre wohlformulierten und durchdachten Argumentationsketten auch negativ auslegen kann. Mit dem gezielten Versuch sich in die Lage des Einstellenden und in dessen Bed├╝rfnisse hineinzuversetzen haben Sie jedoch die besten Voraussetzungen f├╝r das richtige Verst├Ąndnis (d.h. so wie Sie verstanden sein wollen) gelegt
  • Wenn Sie andere gefragt haben, wie sie Ihre Formulierungen auslegen, dann haben Sie bereits ein ungef├Ąhres Gef├╝hl daf├╝r, wo Sie vielleicht Stolpersteine im Verst├Ąndnis gelegt haben oder Missverst├Ąndnissen Vorschub geleistet haben.

Aixplication! erkl├Ąrt┬┤sDer Bewerbungstext soll so formuliert sein, dass er in wenigen Worten Ihre F├Ąhigkeiten und M├Âglichkeiten, anhand handfester, nachzuvollziehender Fakten, belegt. Lassen Sie sich entweder beim Finden der richtigen Worte und S├Ątze helfen oder fragen Sie hinterher wenigstens verschiedene Menschen wie Sie Ihre Argumente verstanden haben. Lassen Sie sich die Deutungshoheit, d.h. wie etwas gemeint ist, nicht nehmen. Benutzen Sie keine vorformulierten Hilfen, vermeiden Sie abgedroschene Standards├Ątze, Redewendungen und W├Ârter.
 
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