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Der Bereich Praktika kommt schon allein auf Grund des deutschen Schulsystems (Schülerpraktika) in praktisch jedem vollständigen Lebenslauf vor. Die in Praktika erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und personalen Kompetenzen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Und das gilt selbst für Praktika oder auch freiwillige Tätigkeiten die außerhalb des angestrebten beruflichen Bereichs liegen. Mehr als die Inhalte, die einem Bewerber von außen oder vom Schulsystem vorgegeben wurden, zeigen die selbst gewählten Tätigkeiten, und das ist bei den meisten Praktika der Fall, umso mehr von der Persönlichkeit, den Interessen und den Zielen des Bewerbers. Häufig erklären Praktika auch den später eingeschlagenen beruflichen Weg oder Umwege, wie auch dahinter liegende Motivationen. Sie benennen den Bereich der Praktika am praktischsten mit der Überschrift "Praktika". Die Bezeichnung gibt in diesem Fall vor, dass es sich um mehrere handelt. Die Bezeichnung "Praktikas" ist nicht korrekt, weil die Mehrzahl von Praktikum "Praktika" heißt. Verboten deshalb auch die Überschrift "Praktikums" (häufiger Fehler bei Berufsanfängern).
Je nachdem ob nur ein oder wenige Praktika angeführt werden müssen und je nachdem wie zielgerichtet und passend sie zum angestrebten Beruf oder einer wirklichen Berufstätigkeit in diesem Feld waren, können Sie diese auch unter dem Punkt "Berufserfahrung" oder "Berufliche Tätigkeiten" anführen. Sie sparen somit eine Überschrift.
Auch die Praktika sollen wie die berufliche Bildung darstellen, wie Sie an Ihre berufsspezifischen Kenntnisse gelangt sind, die Sie für den gesuchten Job brauchen oder wie Sie passende personale Kompetenzen für den beworbenen Beruf entwickelt haben. Hierzulande ist es zwar fast immer (noch) so, dass Sie eine formale Qualifikation für den beworbenen Beruf nachweisen müssen, der Erwerb von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten außerhalb von Ausbildungen und Weiterbildungen wird aber immer bedeutsamer. Von hoher Bedeutung sind die Tätigkeiten im Rahmen eines Praktikums für Ausbildungsbewerber. Sie konnten noch keine formale Qualifikation erwerben, haben durch ein Praktikum aber vielleicht schon erforderliche Vorkenntisse. Bewerber die sich beruflich umorientieren wollen, aber im angestrebten Bereich keine erneute formale Qualifikation erwerben können, können sich durch Praktika möglicherweise doch noch für ihr neues Ziel empfehlen, bzw. qualifizieren. Welches Praktikum soll aufgeführt werden? - Führen Sie grundsätzlich alle längeren Praktika an.
- Führen Sie alle Praktika an, die für den beworbenen Beruf wichtig sind. Besonders wertvoll für den Lebenslauf und damit für die Bewerbung sind die Praktika, die im beruflichen Umfeld der angestrebten Anstellung liegen. Weiterhin wichtig sind auch Praktika aus den Bereichen, in denen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernt werden konnten oder personale Kompetenzen erforderlich waren, die ebenfalls für den neuen Job notwendig sind.
- Schülerpraktika lassen Sie im weiteren Verlaufe Ihres Arbeitslebens weg. Wenn praktische Erfahrungen in einem Beruf von Ihnen gesammelt wurden, den Sie bereits zuvor in Praktika kennengelernt haben, dann Tritt der Wert des Praktikums in der Regel in den Hintergrund. War das dahin führende Praktikum allerdings so lang, dass sonst eine relevante Lücke im Lebenslauf auftauchen würde, dann muss es aufgeführt werden.
- Berufseinsteiger und Ausbildungsbewerber, die noch keine Zeit zum Sammeln ausgedehnter beruflicher Erfahrung hatten, geben auch Ihre kurzen Praktika an. Man gesteht diesen Bewerbern zwar eine berufliche Orientierung zu, allerdings wird es für den Bewerber schwer, wenn die Praktika aus völlig entgegen gesetzten beruflichen Bereichen stammen.
Wie werden die Praktika notiert? Um ein gutes Aussehen des Lebenslaufes zu erreichen, müssen Sie die Informationen auch optisch strukturieren. Deshalb gilt auch für den Bereich der Praktika, dass Sie die Jahreszahlen und Daten, die gleich lang sind, untereinander an den Anfang der Zeile schreiben. Erst danach schreiben Sie den Inhalt. Die Länge des Inhalts ist meistens unterschiedlich, so sehr man sich auch bemüht. Hier sehen Sie ein Beispiel: Wenn Sie ein Praktikum im Rahmen der Schullaufbahn oder im Rahmen der Berufsausbildung absolvieren mussten, weil dies so vorgesehen war, dann sollten Sie in den meisten Fällen durch einen entprechenden Vermerk darauf aufmerksam machen. Wollen Sie den Aspekt herausstellen, dass es sich schon fast um eine berufliche Tätigkeit gehandelt hat und der Praktikumsgedanke nachrangig war, dann können Sie dies durch Zusätze wie "Praktikum als Tischler" hervorheben. Durch den restlichen Lebenslauf wird klar werden, ob Sie in diesem Beruf eine Ausbildung abgeschlossen haben oder nicht. Daher ist die Übertreibung hier erlaubt, es sei denn sie wirkt durch die Umstände anmaßend, z.B. ein sehr kurzes Praktikum, keine (Vor-)Erfahrung oder Erfahrungen in angrenzenden beruflichen Gebieten, schlechtes Praktikumszeugnis, ... Notieren Sie:- das Datum an der Sie das Praktikum begonnen haben
- einen Bindestrich (vor und hinter dem Bindestrich steht ein Leerzeichen)
- das Datum an der Sie das Praktikum beendet haben
- einen (leeren) Abstand zum Inhalt
- den Namen der Firma (auf richtige Benennung der Rechtsformen achten)/Organisation/Einrichtung, so wie er zum Beispiel im Handelsregister oder Vereinsregister, etc. steht
- den Ort, an dem sich die Firma/Organisation/Einrichtung befunden hat
- das Berufsfeld in dem Sie das Praktikum absolviert haben
- ggf. den Rahmen, innerhalb dessen Sie das Praktikum absolviert haben (z.B. Schülerpraktikum)
Trennen Sie den Namen der Firma, den Ort und den Abschluss einfach mit Kommas voneinander ab. Erschrecken Sie nicht, wenn Ihr Textverarbeitungsprogramm Ihnen die Eigennamen unterstreicht: es weiß es nicht besser. Bei sehr kurzen Praktika, zum Beispiel den Schülerpraktika, ist es nicht notwendig den exakten Beginn und das Ende zu notieren. Statt dessen reicht auch eine Angabe der Länge aus und die Angabe des Jahres, in dem das Praktikum lag. Bsp.: "1997 Printen Schöller, Würselen, Schülerpraktikum im Bereich Bäckerei und Konditorei, 3 Wochen" Reihenfolge der Eintragungen Die Eintragungen können Sie im Datum aufsteigend (das letzte Praktikum steht unten) oder im Datum absteigend (das letzte Praktikum steht oben) notieren. Aus der Wahrnehmungskurve des Lesers heraus macht es am meisten Sinn, die wichtigste Eintragung oben anzuführen. Wichtig: halten Sie die Sortierung (aufsteigend oder absteigend) über alle Bereiche des Lebenslaufes hinweg bei. Ansonsten ist die Reihenfolge durch die Daten selbst vorgegeben. Die Form der Datumsangabe Das Datum kann so angegeben werden wie sie es möchten und wie es sinnvoll ist. Dass heißt Sie können es so schreiben: - 1971 - 1973
- 01/1971 - 12/1973
- 01.01.1971 - 31.12.1973
- 01. Januar 1971 - 31. Dezember 1973
- 1. Januar 71 - 31. Dezember 1973
- 1. Jan. 71 - 31. Dez.73
- und und und
Wenn Sie ein klar strukturiertes Bild erzielen wollen, dann müssen Sie jedoch darauf achten, dass Sie nur in Zahlen notieren, nur mit "führender Null" (01., 02., ... 11., ...) notieren und eine Schriftart benutzen, bei der die Breite der eigentlichen Ziffer und die dazugehörige Laufweite immer einheitlich sind, egal ob die Ziffer schmal (1) oder breit (9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 0) ist. Lückenschluss Um Lücken zu kaschieren, d.h. zu verdecken, können Sie die Datumsangaben von der genauen Tagesangabe, vielleicht auch von der Monatsangabe befreien. So fällt eine kleinere Lücke von ein paar Tagen bis hin zu fast einem Jahr nicht mehr auf. Aber aufgepasst: Personaler kennen diese kleinen Tricks und sollten nicht den Eindruck bekommen, Sie wollten etwas von Gewicht verschleiern. Notieren Sie im Bereich "Praktika" die von Ihnen besuchten Praktika und ausgeführten Tätigkeiten, die Sie länger durchgeführt haben und die man vom fehlenden Verdienst her nicht als Berufstätigkeit bezeichnen kann. Notieren Sie bei den Einträgen immer zuerst die Daten in der Form "von - bis" , "Name des Betriebs/Name der Organisation/Einrichtung", "Ort" und "berufliches Praktikumsfeld". Schreiben Sie die zuletzt durchgeführten Tätigkeiten, bzw. das letzte Praktikum zuerst und bewegen Sie sich in Ihrer eigenen Geschichte von da aus rückwärts.  |